Senioren-WM 2006 |
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| Zwei Asbacher „TT-Veteranen“ im Kampf gegen die Zelluloidartisten der Welt Impressionen zur Senioren-WM in Bremen vom 15.-20.Mai 2006
Nach 3,5 Stunden erreichten wir am Sonntag den AWD-Dome in Bremen, wo die „World Veterans Table Tennis Championships“, so die offizielle Bezeichnung der Veranstaltung, stattfanden. Für die Akkreditierung hatten wir ausreichend Zeit eingeplant. 3700 Teilnehmer durchzuschleusen ist ein mächtiger Verwaltungsakt. Deshalb waren wir um so überraschter, als wir bereits nach wenigen Minuten zur Anmeldung gerufen wurden und unsere Startnummer samt 4 Sicherheitsnadeln, Terminheft, Teilnehmerurkunde und einen Teilnehmerausweis mit Kordel erhielten, der uns den Zutritt zum Gelände erlaubte. Kurioserweise wurde nicht nach dem Personalausweis gefragt. Zusätzlich erhielt jeder Teilnehmer ein Geschenk des Sponsors, TSP, einen Rucksack mit Klappstuhl und 3 TSP-Bälle mit Box fürs Training. Danach haben wir uns die Spiel- und Trainingshallen angeschaut und uns mit den Örtlichkeiten vertraut gemacht und das TT-Museum besucht, indem die Historie des Tischtennis dokumentiert und eine Sammlung der unterschiedlichsten Tischtennisschläger ausgestellt wurden. Anschließend informierten wir uns an den riesigen Übersichtstafeln in den Fluren über die Spielansetzungen und schauten, in welcher Halle und an welchem der insgesamt 149 Tische wir am nächsten Morgen antreten mussten. Die Auslosung hatten wir bereits vor der WM im Internet gesehen und sie verhieß für mich nichts Gutes. Abdul Wuraola, Engländer, Nr. 426 der Weltrangliste, einen Landesligaspieler aus Hamburg, einen Schweizer. Die Chancen auf ein Weiterkommen als Gruppenzweiter waren sehr gering. Uwe hatte eine etwas bessere Gruppe mit einem ehemaligen Regionalligaspieler aus Deutschland, einem Schweizer (3.Liga) und einem Tschechen erwischt, war aber von der Spielklasse her ebenfalls Außenseiter. Die abendliche Eröffnungsgala war nicht unser Ding. Die Veranstalter gaben sich zwar Mühe, der Straptatenakrobat war interessant, Showtanz, Tambourchor und herumlaufende kostümierte Bremer Stadtmusikanten fanden wir aber weniger prickelnd als die Gäste aus Fernost. Für solche Eröffnungsfeiern sind wir sicherlich noch nicht alt genug... Da die Qualifikationsspiele für die Ü 40 erst am Dienstag ab 9.00 Uhr begannen, wollten wir den Montag zum Training nutzen, was aber einfacher gesagt als getan war. Einer Trainingshalle mit 30 Tischen standen Unmengen von trainingswilligen Aktiven gegenüber. Eine leerer Tisch war nicht zu bekommen und so musste man mit anderen Teams „Trainingsallianzen“ bilden und mit mehreren Spielern oder Spielerinnen über Kreuz spielen. Diese Trainingsform war für viele Aktive, natürlich auch für uns Filigrantechniker, eher ungewohnt und so ertönte von vielen Seiten „Sorry“. Somit kamen wir an diesem und an den nächsten Tagen mit Spielern vieler Nationen in Kontakt und trainierten mit Damen und Herren aus Indien, Österreich und drei Damen aus Japan zugleich. Zwischen den Trainingseinheiten schauten wir uns die Qualifikationsspiele der anderen Altersgruppen an. In Bremen starteten Teilnehmer- und Teilnehmerinnen in Altersklassen von Ü40-Ü85. Die älteste Teilnehmerin war 95 Jahre alt und kam aus Australien.
Mittwoch war Ruhetag angesagt und wir haben uns die Bremer Innenstadt angeschaut. Am Donnerstag war für uns die Trostrunde im Einzel angesagt, die für Uwe sehr erfolgreich verlief. Sein „Vorhandhammer“ und Unterschnitt kam wie in besten Zeiten und er gewann nach großem Ab Freitag war für uns der aktive sportliche Teil erledigt, da wir unser Doppel gegen zwei Franzosen mit 9:11 im Entscheidungssatz verloren. Da war mehr drin. Seitdem wissen wir auch, dass die französische Bezeichnung für lange Noppen „Scheiße“ lautet. Dies war zumindest der Wortlaut unserer Gegner nach der obligatorischen Schlägerbegutachtung. Die letzten beiden Tage verfolgten wir die restlichen Spiele und das Finale und bekamen tollen Sport zu sehen. Es zeigte sich, dass Tischtennis auch bis ins hohe Alter auf höchstem Niveau gespielt werden kann und die Vorbilder aus früheren Zeiten um die Hüften etwas runder, auf dem Kopf etwas grauer oder lichter geworden sind, aber nichts von ihrem einstigen Können verloren haben. Man spielt eben einfach etwas langsamer. Wir haben Surbek, Kalinic, Liang Ge Liang und einen lustlosen Michael Appelgren gesehen, der sich im Halbfinale von Alan Cooke abschießen lies. Angeblich wurde er nur durch Startgeld zur Teilnahme motiviert. Wir sahen Dr. Herbert Neubauer, König der Glattnoppen, dessen wenig attraktive Spielweise das Publikum zu pfiffen animierte und einen Wilfried Lieck, für den es nochmals zu einer Doppelmedaille reichte. Was bleibt letztendlich von dieser Veranstaltung außerhalb des eigenen Spiels in Erinnerung? Sehr bemühte Veranstalter, die den Zeitplan sehr gut einhielten. Es herrschte allseits Heiterkeit und eine freundliche Atmosphäre, jeder war hilfsbereit. Die WM war ein Treffpunkt. Ich traf viele Aktive und Bekannte aus Bonn, Karla und natürlich Heidi Wunner, die uns Tipps gab, was bei den Senioren so Usus sei (Spieler überreichen sich vor dem Spiel kleine Geschenke, was aber fast nur die Damen praktizierten). Von den Nationen fielen die Vielzahl von Australiern und Japanerinnen auf, die wir häufig bei unseren abendlichen Besuchen im Asia-Imbiss trafen. Europäer dominierten die Finalspiele bei den Herren, Japanerinnen bei den Damen, gute Chinesen und Chinesinnen fehlten. Die Schiedsrichterleistungen waren nicht immer optimal, es herrschte keine einheitliche Regelauslegung. Einer Spielerin wurde im Finale der Schläger konfisziert, mit dem sie 8 Runden zuvor unbeanstandet spielen konnte. Es herrschte ein zunehmender Trend zur Kommerzialisierung vor. Die Preise für Getränke und Speisen waren nicht so moderat, wie zuvor angekündigt und wir erfrischten uns außerhalb der Halle. In den Verkaufshallen boten Anbieter Produkte an, bei denen es sich größtenteils um Auslaufartikel handelte. Manche Firmen hatten wegen hoher Standgebühren komplett verzichtet und Dr. Neubauer verkaufte seine Superblocks und Scalpels außerhalb des AWD-Domes vor seinem Wohnmobil auf dem Parkplatz. Aber das sind lediglich Randphänomene. Insgesamt war Bremen eine Reise wert und die Senioren-WM ein unvergessliches Erlebnis. Sportlich war nichts zu holen, das war vorher klar, doch die Atmosphäre und die gewonnen Eindrücke sowie der gebotene Sport, entschädigten für die bisweilen anstrengenden Tage in der Halle, der Boden war hart und stumpf, mit den weiten Entfernungen zwischen den Spielorten und den langen Wartezeiten zwischen den Spielen. Das soll im nächsten Jahr bei der EM in Rotterdam jedoch alles besser werden und wir rufen schon mal Rotterdam- AHOY ! (Austragungsort 2007) Die TTF-Veteranen, (Nr. 2094 Uwe) und (Nr.2184 Udo) |
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